Für einen starken medialen Service public und eine starke SRG

ARF/FDS

Im Rahmen des FOCAL-Seminars «Service public und unabhängiger Dokumentarfilm» vom 15. - 17. September 2016 in Lausanne trafen sich über 100 unabhängige Dokumentarfilmschaffende, RedaktorInnen und Programmverantwortliche aus allen Landesteilen und Unternehmenseinheiten der SRG sowie verschiedenste FilmförderInnen mit dem Ziel, weitere Synergien zwischen dem un- abhängigen Dokumentarfilm und dem Service public zu schaffen. 
Wir, die unterzeichnenden InitiantInnen, OrganisatorInnen und Teilnehmenden dieses Seminars sind davon überzeugt, dass eine Reduktion der Leistungskraft der SRG oder eine Abschaffung der Gebührenordnung für den Service public, wie sie von der «No Billag-Initiative» vorgesehen wird, verheerende Folgen für die öffentliche Auseinandersetzung in unserem Land hätte. Die Initiative gaukelt vor, dass die Service public-Aufgaben der SRG von privater Seite übernommen werden könnten. Das ist trügerisch und falsch. 
Die Initiative soll den Schweizer StimmbürgerInnen voraussichtlich 2018 zur Abstimmung vorgelegt werden. Ihre Annahme würde ganz speziell den Schweizer Dokumentarfilm gefährden, der meist in Koproduktion mit dem Fernsehen entsteht, auf dessen Kanälen und Plattformen er verbreitet und rezipiert wird. 
Die «No Billag-Initiative» ist ein Frontalangriff auf unsere Demokratie, auf eine offene, pluralisti- sche Gesellschaft, auf das Film- und Medienschaffen sowie das Kultur- und Kunstschaffen über- haupt in unserem Land. 
Eine freie und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Gesellschaft ist die Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Als unabhängige Dokumentarfilmschaffende engagieren wir uns für dieses Anliegen. In unseren Filmen hinterfragen wir gängige Bilder der Wirklichkeit, durch- schauen und entlarven Ideologien jeglicher Couleur, vertiefen Informationen, erweitern Blickwinkel und leisten so einen Beitrag zum Verständnis von uns selber und unserer demokratischen Gesell- schaft. Mit unseren Filmen arbeiten wir an einem differenzierten und vielschichtigen Bild der Ge- sellschaft und der Welt, in der wir leben. In diesem Sinne fühlen wir uns dem Service public, wie ihn die SRG vertritt, zutiefst verbunden. 
Die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Lebensbedingungen verstehen wir als unseren Auftrag, den wir auch weiterhin erfüllen wollen. Dafür sind wir auf einen starken Service public an- gewiesen, für den wir uns einsetzen und den es gemeinsam weiterzuentwickeln gilt.